umweltbewusstsein

dies ist kein naiver beitrag einer desillusionierten umweltschuetzerin, viel mehr eine nuechtere betrachtung der tatsachen, die vielen vermutlich schon bekannt sein duerften.

badeverbot

die bahia de panama macht auf fotos einiges her; jedoch nicht fuer den fotografen. sie stinkt zum himmel. baden in einem fass fabrikabfaelle waere nicht schaedlicher, so dass die ueberall platzierten schilder eher formalitaet sind, als wirklich noetig. obwohl hier so viel geld in die wasseraufbereitung gesteckt wird, man bedenke, dass sogar meine europaeische verdauung das wasser verkraftet, scheinen die menschen kein besonderes umweltbewusstsein zu besitzen. die ungeklaerten abwaesser fliessen direkt in die bahia. dies soll sich nun aendern, nicht durch bessere reinigung, sondern durch eine ableitung ins offene meer. aus den augen aus dem sinn.

labahia

es geht hier nicht um laechelnde deutsche, sondern um den hintergrund, dort sieht man einen teil der bahia und den corredor sur. es gibt hier vier schnellwege auf denen die carros tag und nacht lang rasen. jeder dritte volljaehrige bewohner faehrt sein eigenes auto (~ konservative schaetzung frei nach maren) und viele minderjaehrige tun es den volljaehrigen gleich, denn mit einer kleinen propina - mit einem kleinen trinkgeld, kommt man schnell aus polizeikontrollen raus.

eine gallone = 4 liter benzin kosten in panama 2.20 usdollar bis 2.70 usdollar, je nachdem was fuer nen tag der tankwart gerade hat oder einem system folgend, dass ich noch nicht durchschaut habe. das ist viel verglichen mit suedamerikanischen laendern. der oelpreis und oekosteuer geplagte deutsche versteht aber wovon ich spreche wenn ich das wort 'dumping' in den raum werfe. naja, aehnlich den usa wird das umweltbewusstsein hier nicht gerade durch spritsparmassnahmen forciert; von kats oder dem drei liter auto wage ich nicht zu traeumen.

muell elmar

skandal in hamsterhausen

hamster, dessen coolnes level zwischenzeitig herabgesetzt wurde, hat seine adoptivmutter gebissen. schaem dich! das macht doch keine hamsterdame.

impresiones

auch wenn der parque natural metropolitano eher wie ein garten wirkt, der zugegebener massen eine schoene aussicht vom mirador bietet, hier ein paar impressionen.

impresiones I impresiones II impresiones III impresiones IV impresiones V impresiones VI

damit man nicht vergisst, dass man sich in einer stadt befindet, wurden ueberall kleine autoueberreste oder auch still gelegte karren verteilt… desweiteren taeuscht der blick vom mirador in cerro ancon wohl schwer darueber hinweg wo man sich befindet. das ist der neue teil von panama, das geschaeftsviertel und der wohnsitz der wohl situierten. viele gebaeude befinden sich noch im bau, es wird expandiert.

panamalanueva

wie das alles von nahem aussieht, wird aus dem folgenden panorama ersichtlich, dass aus dem parque rampa aufgenommen wurde. dort kann man einiger massen entspannen und den abend herein brechen lassen.panoramadepanama

el diabolo

ich bin mit einem diabolo rojo gefahren - so teuflisch kams mir gar nicht vor: von lauter merengue musik untermalt faehrt man einem mehr oder weniger sicheren tod entgegen waehrend der fahrer und sein copilot lauthals alles und jeden beschimpfen.

teuflisch                        …das alles fuer nur 25 centavos…

es gibt kein zentrales busunternehmen, das den oeffentlichen nahverkehr regelt. Aehnlich wie bei den taxen sind die busse in mehr oder weniger privater hand. es ist nicht bekannt wie viele von ihnen es eigentlich gibt, und damit auch nicht wie teuflisch die stadt nun wirklich ist. jeder busfahrer sucht sich sein fahrziel selbst aus; wir koennen nur erahnen welch fiese busfahrermafia die besten routen fuer sich beansprucht.

vegetarier und regenwetter

ich muss zwei aussagen aus dem beitrag vom 24ten korrigieren. Am wochenende bin ich ueber ein restaurant gestolpert…

vegetarianos 

…und Yesenias lieblingssendung heisst nicht el deseo del cuerpo, sondern el cuerpo del deseo (frei uebersetzt: die natur des verlangens). Macht ja eigentlich auch keinen unterschied.

des weiteren moechte ich noch einmal betonen, dass hier zwar noch trockenzeit ist, es aber ab und zu trotzdem regnet. auf wunsch eines einzelnen, anonym bleibenden herren also hier ein bild mit regen:

esregnet

 carros

ein sprichwort aus panama: das leben kann die sekunde zwischen dem moment sein, in dem die ampel umschaltet und jemand die hand hebt um zu hupen.

der lonely planet schreibt dazu:

When walking the streets of Panama, be aware that drivers do not yield to pedestrians. Sometimes it`s best to approach intersections like Panamanians – look both ways then run like hell.

hmpf. irgendwie sabotiert mich heute das internet. links setzen funktioniert mal wieder nicht, also, der link zum lonely planet: http://www.lonelyplanet.com/

wie es wurde was es ist I

ein bisschen geschichte teil I (frei nach maren, soll heissen ich uebernehme keine garantie fuer die richtigkeit der angaben)
panama ist zwar ein mittelamerikanisches land, durch den langen geschichtlichen einfluss der usa, trifft man hier immer wieder auf abgeleitete traditionen (so z.b. die fotosession von yesenia in graduiertenrobe) sowie auf riesige einkaufsmalls…

casino hardrockcafe mcdoof 

fotosession graudarse

das wort panama bedeutet abundanz der fische. heute existieren dort noch sieben indigene voelker, die politisch aktivste und somit bekannteste gemeinschaft bilden die kuna.

ein beliebtes souvenir der kuna sind die mola, nein, keine mondfische, sondern bestickter stoff, der ihre kleidung in allen farben erstrahlen laesst.

anfang des sechzehnten jahrhunderts waren es vermutlich ein paar mehr volksstaemme, aber sowohl europaeische krankheiten als auch spanische waffen taten ihr uebriges. zwei jahrhunderte lang versuchten spanische besetzer sich gegenseitig in grausamkeit gegenueber der indigenen bevoelkerung zu uebertreffen. ausserdem diente das land als ausgangspunkt um weitere, suedlichere (die inka in peru u.a.) voelker zu unterdruecken.
1821 erlangte gran colombia die unhabhaengigkeit. dazu gehoerten ausser panama noch das heutige ecuador, peru, venezuela, bolivien und natuerlich kolumbien. simon bolivars traum vom vereinten lateinamerika wehrte nicht lange und eine weitere welle der unabhaengigkeit zerriss die union. nur panama blieb aus unerklaerten gruenden an kolumbien angeschlossen. bis 1846 hatte man das gebiet fast vergessen, doch dann hatte ein kolumbianischer beamter die verhaengnisvolle idee die staatskasse durch verkauf der rechte einer eisenbahnstrecke und deren bewaffneter verteidigung an die usa, aufzubessern.
etwa dreissig jahre spaeter hatte ein weiterer kolumbianischer beamter eine weitere idee um den kolumbianischen haushalt zu konsolidieren. lasst uns doch auch gleich noch nen kanal bauen; „boot fahren macht eh mehr spass als mit dem zug“.
frankreich engagierte den erbauer des suez kanals, eigentlich keine schlechte idee, moechte man meinen. doch weder der profi noch die franzosen hatten gelbfieber und malaria auf der rechnung.

im uebrigen auch krankheiten ueber die man sich auch heute noch gedanken vor einer reise nach panama machen sollte; am besten mehr als zwei wochen frueher *huestel*.

1889, nach etwa 22 tausend opfern der tropischen bedingungen ging die firma bankrott. das folgende ereignis sollte panama die naechsten einhundert jahre entscheidend praegen: die usa wollten den bau fortfuehren, diesmal hatten es sich die koumbianischen behoerden aber anders ueberlegt. und als die kolumbianische regierung die uebernahme des franzoesichen vertrags durch die amis verhinderte, beruehrte das nicht nur amerikanische, sondern auch franzoesische und panamnesische interessen. eine chaotische mischung aus enteignungen durch kolumbien in panama, franzoesichen unternehmern in amerika, frustration der bevoelkerung und dem amerikanischen kalkuel, das die welt in dieser form nicht das letzte mal sehen sollte, fuehrte zur unabhaengigkeit panamas am dritten november 1903. unabhaengigkeit, naja fuer genau fuenfzehn tage, danach wurde der kanal- vertrag erweitert und, ohne die mitsprache panamas, unterzeichnet. das erste schiff passierte den kanal in jahr 1914, ob es nun ein kolumbianisches, franzoesisches oder amerikanisches war, ist nicht geklaert.

 fortsetzung folgt

von carnivoren und deren schlankheitswahn

es gibt in panama keine vegetarier. keinen einzigen. es ist das land des fleisches, dass im uebrigen sogar billiger ist als fisch (obwohl man bei einem land mit soviel kueste eigentlich anderes vermuten wuerde).

panama ist ein land das vom schlankheitswahn heimgesucht wird. ueberall gibt es 99.7% fett reduzierte milch- da koennte man doch eigentlich gleich wasser trinken. das wasser aus der leitung (agua del grifo) ist zwar ein wenig verchlort, aber die geschmacksnerven muessen sich gott sei dank mehr dran gewoehnen als die verdauung. um dem schlankheitswahn zu entkommen, gibt es dann aber noch tortillas, das ist zerbroeselter mais aus der tuete der mit wasser aufgeschwaemmt wird und anschliessend -schoen fettig- fritiert wird. am besten ein steak dazu.

wohnzimmer meinzimmer Yesenia

        hier sieht man einige fotos von der wohnung die ich mir mit yesenia teile. sie ist 25, mag fleisch, und ist mitte des jahres fertige zahnaerztin. ihre liebste fernsehsendung ist so eine art verbotene liebe, el deseo del cuerpo (der wunsch des koepers…frei uebersetzt), nur noch viel schlechter- wer haette sich ertraeumen lassen, dass das moeglich ist?

vokabeltraining

ich verbringe die zeit jetzt mit etwas sinnvollem und uebe fleissig ein paar vokabeln…

zum abschluss gibts noch ein kleines panorama von dem hinterhof in dem wir wohnen.

Panoramahinterhof

vielen dank fuer die lieben mails!

 

 

erste orientierung

bevor ich in panama angekommen bin hatte ich genuegend zeit ein paar fotos vom flugzeug zu machen (das mir doch ziemlich gross erschien). leider liefen nur bloede filme, zum essen muss ich ja wohl auch nichts sagen…

dl021  erdnuesse

mit einiger verspaetung bin ich dann in der via argentina angekommen:

viaargentina

wie man auf diesem foto vielleicht schon erahnen kann, ist hier die ganze zeit was los (davon dass meine nachbarn jeden morgen um 3h aufstehen habe ich wohl noch nichts erzaehlt?), was fuer mich erstmal sehr ungewohnt ist. generell laeuft hier alles etwas lauter und hektischer ab als wir es kennen, und als vermeintliche gringa hat man ueberhaupt keine ruhe, denn mindestens jedes zweite taxi kann nicht anders als ordentlich zu hupen. wenn es aber nur die taxen waeren, dann koennte man sich vielleicht daran gewoehnen, doch hier gibt es noch die diabolos rojos (rote teufel), die einzige moeglichkeit den oeffentlichen nahverkehr zu nutzen, und deren hupe ist dann doch ein bisschen lauter…

eldiabolorojo

die busse hier sind alle so verziert, so dass es mir noch recht schwer faellt von der frontscheibe zu entziffern wohin es denn gehen koennte.

bin ja aber nicht zum busfahren hier, sondern zum “arbeiten” (auch das haelt sich momentan noch in ueberschaubaren grenzen). jeden morgen um neun werde ich von juan del rosario, einem froehlichen midvierziger abgeholt und zum smithonian tropical research institut gekarrt (con el carro), kurz STRI.

Dort verbringe ich den tag in einem runtergekuehlten raum mit blick auf panama city. in den mittagspausen versuche ich der klimatisierten luft zu entgehen und wage mich kurz nach draussen (wo ich doch tatsaechlich einen vogel gesehen habe…)

elinstituto impresiones blickaufpanamacity elalmuerzo reiheroder doch keiner

im moment bin ich noch ziemlich gejetlagged und die wahrnungen aller bloss nicht alleine durch die strassen zu laufen betrueben mich ein wenig. hoffentlich gewoehne ich mich an das aliendarsein und vielleicht schaffe ich es ja am wochenende mir ein kleines bisschen schoenes panama zu erschliessen…

angekommen

die letzten erinnerungen an eine computermesse entspringen einer tatstatur ohne ‘ae’, ’oe’ oder ‘ue’. ich bin angekommen, in panama.

erste bilanzen nach einer reise ohne uebergewichtige sitznachbarn:

es ist laut hier, es ist stickig und es ist ziemlich fremd. wie aufregend.