anzac day

ganz so einfach war es dann alles doch nicht. erstmal musste ich mir von mitbewohnerinnen, freundinnen von mitbewohnern und kollegen ein vorzeigbares outfit zusammenborgen (meine gammeljeans und gelbes sesamstraßen shirt wären vielleicht ein wenig unangemessen gewesen). das geschafft war dann um 4uhr aufstehen schon fast eine leichtigkeit. ich war auch gar nicht müde und bin auf der militärbasis erstmal mit einer styroportasse halb voll mit meinem alten bekannten bundi- rum plus ein bisschen milch und noch weniger kaffee begrüßt worden. so gedenkt man in australien.

dawn service

bald gings am strand richtung sonnenaufgangszeremonie. so, und das ganze findet aus zwei guten gründen so früh statt: 1. später isses einfach viel zu warm, 2. die schlacht in der türkei vor 90 und ein paar jahren, die die australier als den beginn ihrer nation betrachten hat bei sonnenaufgang statt gefunden (da wärs sonst wohl auch zu warm gewesen…). is jedenfalls gar nicht so leicht ne halbe stunde auf der stelle zu stehen, wenn das frühstück so flüsig war. was ist so passiert? hm. ein paar kriegsveteranen sind in schlecht sitzenden anzügen rumgelaufen (die hälfte davon mit jim bean- cola dosen in der linken) abgesehen davon war das ganze eine besinnliche und würdevolle sache. der erste satz der ansprache lautete so (oder so ähnlich):”wir sind hier heute versammelt nicht um krieg zu verherrlichen oder patriotismus zu predigen, sondern um derer zu gedenken, die ihr leben für unser land gelassen haben.” das klingt doch gar nicht so schlimm. ich glaub ich hab den ganzen tag auch keine einzige australienflagge gesehen…

lest we forget

…nach der kranzniederlegung gings zurück zur militärbasis, begleitet vom sonnenaufgang…

sonnenaufgang

angekommen (und schon ganz erledigt vom hin und her marschieren und still stehen und trinken) gibts dann erstmal ein bierchen für die ausgetrocknete seele (notiz: es ist jetzt ca. 6uhr). nach ein bisschen warten wird das ganze dann von würstchen und gegrillten zwiebeln und gebackenen bohnen begleitet. das nenn ich doch mal frühstück.

lecker bierfrühstück

vor der parade haben wir es noch kurz nach hause geschafft um aus blüschen und röckchen in bikini und boardshorts zu schlüpfen. dann schnell zur parade, bei der außer medaillenbehängten veteranen auch sämtliche schulen mitlaufen (warum konnte mir allerdings niemand erklären), und die schuluniformen können sogar fast den japanischen konkurenz machen. putzig.

süße schuluniformen

gen 16uhr wollt ich dann nach baden und im schatten darauf warten, das meine mitbewohnerin endlich ihre schicht im eisladen anfängt, nach haus. allerdings habe ich dort angekommen fest gestellt, dass ich mich (zum glück, jedenfalls im nachhinein) ausgesperrt hatte. ziemlich entnervt/übermüdet/übellaunig bin ich dann zum RSL (returned and services league) gefahren, wo meine mitbewohner zusammen mit anderen australiern einen ordentlichen piss-up hatten (zu deutsch man war fröhlich am bechern). bevor ich deane’s schlüssle bekommen hab, musste ich aber erst noch ne runde two- up spielen. ein simples münzenwurf spiel, dass nur an diesem einen tag im jahr gespielt werden darf. es werden also zwei münzen (etwa so groß wie die 50cent münzen hier, aber rund) auf einem brett (mit zwei vertiefungen) rumgeworfen und man wettet immer auf heads oder tails (zwei von der einen oder anderen seite). manchmal geht es um nicht geringe summen die man mit nachbarn, der bank oder anderen leuten verwetten kann. eine laute angelegenheit…spaßig. und der abschluss meines total australischen tags.

cheers.

1, 2, 3 ankündigungen

erstens: ich bin wieder da von curacao island (warum hat eigentlich niemand dran gedacht das gleichnamige gesöff mitzubringen??). es war schön. ich habs genossen und fotos gibts später, die meisten zumindest. hier nur schonmal eins um euch auf den geschmack zu bringen.

 curacao I

zweitens: krank sein weit weg von zu haus ist blöde. probiert es also nicht selbst aus. mitleidsbekundungen ausgesprochen willkommen.

drittens: morgen werde ich mich (fast freiwillig) mit überschlagendem patriotismus umgeben. es ist anzac- day, der patriot- day der australier. und das ganze beginnt aus hirnrissigen gründen um 4:30h (morgens). ja verdammt nochmal.

erst gibt es kaffee mit ganz viel rum (4:30h), damit man für den sonnenaufgangsgottesdients (5:40h) gewappnet ist, weiter gehts in die kneipe ihrer wahl (gegen 6h) wo man wartet um den tag beim bestaunen der parade abzurunden (ab 9h) (morgens!!).

demnächst also einen bericht exklusiv vom auslandskorrespondenten marenfaren.

stranded

ab vor 10 min bin ich endlich mal wieder auf einer einsamen insel, ohne strom, nur mit schaufel (hehe) und tauchzeug bestückt. lasst es euch gut gehen, denn das werde ich die kommende woche auch tun!

green tree frog

ich hab ihn endlich gesehen. meinen ersten green tree frog. und dann gleich ‘hautnah’. er saß nämlich zwischen meinen laufschuhen. *huch* hab ich mich erschrocken (hätt ja auch was giftiges sein können). nachdem ich ihn mir angeguckt und hände gewaschen hab(ganz wichtig wegen säure und feuchtigkeit auf unseren händen), hab ich den kleinen kerl wieder rausgesetzt.

green tree frog

hier nun ein foto, nicht das beste. die (besseren) nahaufnahmen sind allerdings erst entstanden nachdem er quer durchs haus gehüpft ist und dabei den ganzen schmutz aufgesammelt hatte. den anblick spar ich hier aus und geh jetzt mal putzen *hüstel*.

the aussie experience

bin ja nun schon ne weile hier, aber unser ostercampingtrip hat dem ‘australischen erlebnis’ nochmal eine nuance hinzugefügt.

wie schon angedeutet gings ziemlich spontan erstmal richtung crystal creek mit kurzem badestop. von dort weiter auf einer ‘dirtroad’ an der unser kleiner van wohl gescheitert wäre, richtung inland zum running river. nach einer weiteren stunde fahrt habe ich die hoffnung anzukommen schon fast aufgegeben, aber das warten hat sich gelohnt.

wir haben unser zelt dann im größten teils ausgetrockneten flussbett des running river aufgeschlagen. direkt am noch verbleibenen teil des flusses, weit und breit keine menschenseele.

way in the big tent

der weg zum camp                      hier braucht man kein überzelt

running river from tent

running river

nach dem errichten unseres ‘camps’ wars auch schon fast dunkel, so dass wir den rest des abends am lagerfeuer mit selbstgebackenem brot verbracht haben….

preparing dinner billy

selber brot backen                      die billy teekanne

…morgens gabs dann tee aus der billy teekanne. nein die kommt nicht aus schweden, sondern ist eine typisch australische erfindung. für touris wie mich wird die dann noch geschleudert (’damit sich der tee entfaltet’?!), der tee ist zum glück drinne geblieben.

danach war ein bisschen action angesagt und wir (stu, marenfaren und keith) haben uns auf unseren floatis (luftmatratzen) stromaufwärts gepaddelt um über ein paar stromschnellen zurück zu treiben.

floatipower

stu, marenfaren und keith mit ihren ‘floaties’

unserem actionteam hat das noch nicht gereicht, deshalb gings danach noch richtung mt. fox. einem vulkan den wir dann gleich auch noch bestiegen haben.

mt. fox steep climb

mt. fox. das war steil. ganz unten sieht man unser auto.

we made it

geschafft

um den richtigen australischen abschluss zu bekommen, musste ich mir dann nachts noch das cricketspiel australien - england mit meinen mitbewohnern angucken (übertragen aus der karibik). hab aber irgendwie verschlafen wies ausgegangen ist.

 

ostercamping

juhu! es geht campen. entschluss vor 20min gefasst, abfahrt in 30min. man sind wir heut wieder spontan. bericht (mit fotis) wird folgen…

frohe ostern allemann!